Über Bert

Ohne Bert Dahlmann würde ich heute möglicherweise keine Comics machen. Das gilt, glaube ich, für eine Menge Leute.

1987 gewann Bert mich für eine Schülerzeitung namens L’Escamoteur, die sich damals von allen anderen Schülerzeitungen dadurch abhob, dass sie einen hohen Anteil an Comicbesprechungen hatte. Oh, und natürlich, dass der Herausgeber längst kein Schüler mehr war, nur halt immer noch im Büro der GesamtschülerInnenvertretung herumhing.

Bereits damals erzählte Bert von seinem Plan, ein Comicmagazin herauszubringen, um deutschen Zeichnern und Zeichnerinnen (das war damals noch weniger selbstverständlich als heute, ihm aber wichtig) ein Forum zu geben. 1989 erschien dann das erste PANEL. Das Magazin wurde im Lauf der Neunziger wirklich so tonangebend und relevant, wie Bert sich das erträumt hatte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon längst nicht mehr dabei, aber immer, wenn wir uns trafen, ermutigte, besser: triezte er mich, doch wieder was zu zeichnen. Irgendwann tat ich das ja dann auch und habe seitdem nicht mehr aufgehört. Einmal reicht ja auch.

Wie viel Bert für die deutsche Comicszene getan hat, merkt man erst, wenn man versucht, ihn sich wegzudenken. Oder wenn man versucht, seine Faußstapfen zu füllen. In diesem Jahr, fast dreißig Jahre nach PANEL 1, sind wir zum ersten Mal ohne Bert auf dem Comic Salon in Erlangen. Und wir bringen zum ersten Mal überhaupt ein PANEL ohne ihn heraus. Selbst zu zweit haben Rutie und ich nur einen Bruchteil dessen gewuppt gekriegt, was Bert vor so einem Salon organisiert hat. Das sind schon ziemlich große Fußstapfen. Und wir mussten ja noch nebenbei Comics zeichnen. Letzteres hat Bert sich allerdings selbst zuzuschreiben.


(Die Bilder sind aus dem neuen Heft PANEL tenaxious comix, das zum Comic-Salon erscheint. Mehr dazu später.)


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