Flattr: Ich versuch’s jetzt auch.

Einige werden vielleicht schon diese grünen Buttons bemerkt haben, die sich jetzt unter den meisten Comicseiten und manchmal auch in der rechten Spalte finden. Die gehören zu Flattr, einem sozialen Netzwerk, das versucht, den „Like“-Button mit Micropayment zu verbinden.

Flattr ist in der ersten Hälfte des letzten Jahres begeistert in der Webcomic-Szene aufgenommen worden. Ich habe mich ein bisschen zurückgehalten, weil ich ja erst die neue Webseite fertig machen wollte. Im September habe ich mich als Gastblogger bei Comixtalk bereits mit dem Thema befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass Flattr sich wohl auszahlen kann, aber längst nicht für alle. So soll Spiegel Online schon einige hundert Euro in manchem Monat damit verdient haben, aber das ist Spiegel Online. Je weiter hinten man im „Long Tail“ sitzt, desto schwerer wird es, überhaupt die monatlichen zwei Euro herauszuholen, die das kostet.

Genau sagen kann ich das aber erst, wenn ich es selber mal probiert habe. Deshalb habe ich vor kurzem ein Profil eingerichtet, und Flattr-User können zumindest für ein paar Monate überall auf diese grünen Knöpfe drücken.

Das System geht so: wer sich bei Flattr anmeldet, zahlt jeden Monat einen Betrag von mindestens 2€, der dann unter allen Webseitenbetreibern verteilt wird, deren Buttons man im Lauf des Monats gedrückt haben wird.

Was Flattr cool macht: Es setzt die Hemmschwelle, die jedes Mal entsteht, wenn man überlegt, einen Comic (oder eine Webseite) zu unterstützen, drastisch herunter. Denn das Geld ist bereits ausgegeben; jetzt geht es nur noch darum, es zu verteilen. Und inzwischen gibt es einige Comicseiten, unter denen sich’s verteilen lässt. Dazu gehören die hier immer wieder gerne erwähnten Webcomics Das Leben ist kein Ponyhof, Katzenfuttergeleespritzer und Demolitionsquad sowie die Kollegen vom Comicgate – und das sind nur die, die mir auf Anhieb einfallen.

Neuerdings gibt es auch einen Spendenmodus, mit dem Ihr Webseitenbetreiber über die 2€ hinaus unterstützen könnt. Im Flattr-Profil der Inhaltsanbieter (ich habe hier mal wahllos eins rausgegriffen, 😉) findet Ihr einen „Donate“-Button, mit dem Ihr eine Summe zwischen zwei und fünfzig Euro (das ist die Obergrenze für Spenden in einem Monat) zusätzlich spenden könnt. Das ändert möglicherweise die Nutzenrechnung – eine solche Spende im Monat kann schon reichen, damit sich das Experiment für mich lohnt – es sei denn, ich spende selber was. Dann muss es natürlich entsprechend mehr sein.

Mein Flattr-Guthaben reicht noch für dreieinhalb Monate, plus was auch immer über das Knöpfedrücken reinkommt. Wenn das verbraucht ist, werde ich entscheiden, ob ich das Experiment verlängere, abbreche oder aufhöre, es Experiment zu nennen. Ihr seht’s dann an den grünen Knöpfen!